Mitteilungen der Psychotherapeutenkammer Bremen
Zweite Kinderschutzkonferenz des Landes Bremen
Am 17. April 2026 fand auf Einladung der Senatorischen Behörde für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration, der Senatorischen Behörde für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz, der Senatorischen Behörde für Inneres und Sport sowie der Senatorischen Behörde für Kinder und Bildung die 2. Bremer Kinderschutzkonferenz statt.
Im Haus der Bremischen Bürgerschaft kamen über 160 Teilnehmende, darunter u. a. Politiker*innen verschiedener Parteien, Mitarbeiter*innen der Behörden und der Jugendhilfeträger, zusammen. Für die Psychotherapeutenkammer Bremen nahm Imke Vassil an der gut besuchten Veranstaltung teil.
Nach Grußworten von Senatorin Claudia Schilling standen zwei Fachvorträge im Fokus. Prof. Dr. Barbara Kavemann setzte sich in ihrem Vortrag mit den Auswirkungen von Gewalt in der Paarbeziehung der Eltern auf Kinder auseinander. Anschließend berichtete auch Prof. Dr. Sabine Wagenblass über Folgen häuslicher Gewalt für Kinder.
In anschließenden Workshops wurden einzelne Aspekte vertieft. Frau Vassil nahm an einem Workshop für medizinische Akteur*innen im Kinderschutz teil, der von Dr. Kerstin Porrath (Leiterin der Kinderschutzgruppe im Klinikum Bremen-Mitte) und Prof. Dr. Juliane Wahren (Hochschule Bremen) geleitet wurde.
Neben den fachlichen Impulsen bot die Konferenz viel Raum für die Vernetzung der Teilnehmer*innen aus den unterschiedlichen Bereichen. Zum Abschluss des Fachtags erfolgte ein Ausblick auf eine Landesrahmenrichtlinie für Bremen.
Feierliche Eröffnung der Psychotherapeutischen Universitätsambulanz über die Lebensspanne (PULS)
Am 16. April 2026 wurde die Psychotherapeutische Universitätsambulanz über die Lebensspanne (PULS) der Universität Bremen unter geschäftsführender Leitung von Nicole Rennschmied und wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Barbara Cludius und Prof. Dr. Lars White feierlich eröffnet. Neben Amelie Thobaben, Dr. Christoph Sülz und Dr. Rosa Steimke von der Psychotherapeutenkammer Bremen wurden viele Gäste aus der Politik, der Universitätsleitung, aus Kooperationseinrichtungen, der Forschung und der klinischen Versorgungslandschaft empfangen.
Neben Grußworten von Staatsrätin Karolin Kumar, Konrektorin Maren Petersen und der Dekanin des Fachbereich 11 der Universität Bremen, Ingrid Darmann-Finck, hielten Prof. Dr. Thomas Ehring (LMU München) und Prof. Dr. Michael Günter (I2PT, Tübingen) Impulsvorträge. Die Vorträge verdeutlichten die zentrale Rolle der Hochschulambulanz in der Ausbildung von Psychotherapeut*innen, insbesondere im Masterstudiengang Klinische Psychologie und Psychotherapie, sowie ihre wichtigen Schnittstellen zwischen Forschung und Versorgung. Zugleich wurde deutlich, dass die größte Herausforderung für Hochschulambulanzen in der Verbindung von Forschung und Praxis im Rahmen der Weiterbildung liegt – insbesondere in Kombination mit einer Promotion.
Seit September 2025 werden bei PULS Patient*innen im Rahmen von Forschung und Lehre gesehen. PULS behandelt sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene. Die behandelnden Psychotherapeut*innen haben entweder die tiefenpsychologische oder verhaltenstherapeutische Fachkunde. Im Erwachsenenbereich untersucht ein laufendes Forschungsprojekt die Wirksamkeit einer transdiagnostischen Gruppentherapie auf Basis der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT). Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, inwiefern die erlebte Gruppenkohäsion und soziale Verbundenheit den individuellen Therapieerfolg bei unterschiedlichen Störungsbildern beeinflussen. Ziel der Untersuchung ist es, die bisher unzureichende Datenlage zu Moderatoren für Therapieerfolg in diagnoseübergreifenden Gruppenformaten zu verbessern.
Alle Betroffenen, die eine ausreichende Alltagsstabilität für eine ambulante Psychotherapie mit regelmäßiger und teilweise ausführlicher Diagnostik haben, sind herzlich eingeladen, sich zu den telefonischen Sprechzeiten bei PULS zu melden. Die Leistungen werden über die Krankenkassen finanziert.
Weitere Informationen sind auf der Homepage der Universität Bremen abrufbar.
Suizidprävention: Netzwerke für Bremerhaven und Bremen
Nach einer Auftaktveranstaltung zur Gründung eines Suizidpräventionsnetzwerks im Februar fand im April ein Treffen der Steuerungsgruppe statt. Diese setzt sich aus Vertreter*innen der Gesundheitsämter der beiden Städte Bremerhaven und Bremen, der Senatorischen Behörde für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz, des Klinikums Reinkenheide und der Psychotherapeutenkammer Bremen zusammen. Die Steuerungsgruppe entwickelte einen ersten Fahrplan für weitere Schritte: Zur stärkeren regionalen Vernetzung sollen unter der Federführung der Gesundheitsämter in beiden Kommunen Netzwerke aufgebaut werden.
Die Kammermitglieder werden über Möglichkeiten der Beteiligung informiert, sobald konkrete Termine festgelegt sind.
Zwischen Bedarf und Bedürfnis: Fachaustausch zur Versorgung und Begleitung von substanzkonsumierenden Jugendlichen
Der Einladung der Suchtberatungsstelle [Esc]ape, der Senatorischen Behörde für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz und der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums Bremen-Ost zum Fachaustausch folgten am 5. März 2026 ca. 60 Teilnehmer*innen.
Die Psychotherapeutenkammer Bremen wurde durch Eva John und Imke Vassil vertreten.
Zunächst wurden Bedarfe zur Versorgung substanzkonsumierender Jugendlicher in den verschiedenen Bereichen Gesundheit, Soziales und Bildung erarbeitet. Anschließend wurden konkrete Ideen zu Versorgungsangeboten für betroffene Jugendliche gesammelt.
Eine Folgeveranstaltung ist für Oktober 2026 geplant.