Mitteilungen der Psychotherapeutenkammer Hamburg

Hamburg logo

Liebe Kolleg*innen, liebe Kammermitglieder,

die jüngsten gesetzgeberischen Entscheidungen bedeuten einen gravierenden Einschnitt in die ambulante Psychotherapie. Das am 10. Juli 2026 verabschiedete GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (GKV-BStabG) hat vermutlich weitreichende Folgen für die Versorgung. Viele von Ihnen fragen sich vielleicht: Welche Rolle spielt die Kammer in diesen gesetzgeberischen Prozessen?

Als Körperschaft des öffentlichen Rechts hat die Psychotherapeutenkammer Hamburg klare, im Kammergesetz festgelegte Aufgaben. Im Rahmen dieser Aufgaben setzen wir uns als Vertretung der Profession nachdrücklich für unsere Kammermitglieder und für eine starke psychotherapeutische Versorgung ein. Direkt in die Bundesgesetzgebung eingreifen können wir als Hamburger Kammer nicht, sind aber in enger Abstimmung mit der Bundespsychotherapeutenkammer, wenn diese zu Gesetzesvorhaben Stellung nimmt.

Mit dem „Berliner Appell“ und einer weiteren gemeinsamen Erklärung haben die Bundespsychotherapeutenkammer und alle Landespsychotherapeutenkammern eindringlich auf die drohenden Konsequenzen des GKV-BStabG für die psychotherapeutische Versorgung hingewiesen. Über eine aktive Pressearbeit haben wir die Anliegen unserer Profession konsequent nach außen getragen. In Gesprächen mit Landes- und Bundespolitiker*innen und schriftlichen Stellungnahmen gaben wir differenzierte Einblicke in die psychotherapeutische Arbeit und in Versorgungsstrukturen und wiesen auf die Folgen der gesetzlichen Regelungen hin. Nicht zuletzt haben wir Kundgebungen und Proteste engagierter Kolleg*innen durch Redebeiträge unterstützt.

Auf dem gemeinsamen politischen Sommerfest der Hamburger Heilberufekammern im August haben wir mit klaren Statements die psychotherapeutische Perspektive in die Diskussion zum Thema „Gesundheitssystem in der Krise“ eingebracht.

Welche Möglichkeiten der Entschließungsantrag der CDU/CSU- und SPD-Fraktion zu Nachbesserungen des GKV-BStabG in Bezug auf die Psychotherapie noch bieten wird, ist bei Redaktionsschluss offen. Als Kammer werden wir uns auch während der Sommerwochen für den Erhalt und die Stärkung der ambulanten Versorgungsstrukturen und eine angemessene Vergütung aller psychotherapeutischen Leistungen einsetzen.

Ein wichtiger Lichtblick in diesen Zeiten: Im Streit um die Honorarkürzung von 4,5 Prozent ab dem 1. April 2026 war der Eilantrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung erfolgreich. Das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg hat die Absenkung im Eilverfahren gestoppt. Die Kürzung ist damit vorerst ausgesetzt, bis eine Entscheidung in der Hauptsache gefällt worden ist.

Aktuelle Informationen finden Sie stets auf unserer Kammer-Website.

Ihr Kammervorstand

Herzlich willkommen in der Kammer: Empfang für neue und neu approbierte Mitglieder

Der Empfang bietet jährlich Raum für fachlichen und kollegialen Austausch. In den anregenden Gesprächen standen neben den aktuellen politischen Entwicklungen u. a. die Herausforderungen des Berufseinstiegs im Fokus.

Der Empfang bietet jährlich Raum für fachlichen und kollegialen Austausch. In den anregenden Gesprächen standen neben den aktuellen politischen Entwicklungen u. a. die Herausforderungen des Berufseinstiegs im Fokus.

Trotz extremer Sommerhitze herrschte am Abend des 29. Juni 2026 gute Stimmung in den Räumlichkeiten der Geschäftsstelle: Die Kammer hatte die neuen und neu approbierten Mitglieder zum traditionellen jährlichen Empfang eingeladen. Neben gekühlten Getränken sorgten vor allem die verteilten Fächer für eine willkommene Abkühlung.

Kammerpräsidentin Heike Peper und Vizepräsident Torsten Michels begrüßten die Gäste gemeinsam mit ihren Vorstandskolleg*innen Dr. Thomas Bonnekamp, Dr. Claudia Gorba und Kerstin Sude. „Mit dem Empfang möchten wir unseren neuen Mitgliedern die Möglichkeit bieten, die Strukturen, Gremien und Aufgaben der Kammer im direkten Austausch kennenzulernen“, betonte Heike Peper. „Wir wollen erfahren, was die junge Generation in Aus- und Weiterbildung und im Berufsalltag bewegt und wie wir sie als Kammer unterstützen können.“

Nach der Vorstellung der einzelnen Aufgabenbereiche, der Gremienarbeit und einem kurzen Input zur aktuellen gesundheitspolitischen Lage durch den Vorstand erläuterte Geschäftsführerin Karen Walter die Aufgaben der Geschäftsstelle. Dabei stellte sie auch die anwesenden Mitarbeiterinnen aus den Bereichen Mitgliederverwaltung, Beitragswesen, Recht sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit vor.

Ein angeregter und lebhafter Austausch zwischen den Teilnehmenden und den Vertreter*innen der Kammer, teils in kleineren, teils in größeren Runden, prägte den weiteren Verlauf des Abends.

„Der persönliche Dialog ist uns enorm wichtig. Wir freuen uns sehr über das große Interesse und das Engagement unserer neuen Kammermitglieder“, fasste Heike Peper die positiven Eindrücke des Vorstands zusammen.

Vorstandsmitglied Dr. Claudia Gorba (Mitte) im Gespräch mit neuen Kammermitgliedern

Vorstandsmitglied Dr. Claudia Gorba (Mitte) im Gespräch mit neuen Kammermitgliedern


Rassismuskritisches Arbeiten als Querschnittsaufgabe für die Psychotherapie

Am Donnerstag, den 11. Juni 2026, veranstaltete die Psychotherapeutenkammer Hamburg eine Online-Fortbildung zum Thema „Rassismus im Gesundheitswesen: Rassismuskritisches Arbeiten als Querschnittsaufgabe für die Psychotherapie“. Die Veranstaltung wurde von Kammerpräsidentin Heike Peper eröffnet. Die Moderation übernahm Dr. Eva Kleinemeier-Thundiyil, Vorsitzende des Ausschusses für Diversität und Antidiskriminierung der Kammer.

Als Referentin konnte die Kammer Cora Weißert-Hartmann gewinnen, Sozialwissenschaftlerin und politische Bildnerin mit langjähriger Expertise in den Bereichen Rassismuskritik, Medienpädagogik und diversitätssensible Bildung. In ihrem 45-minütigen Impulsreferat stellte sie das Projekt „Rassismus im Gesundheitswesen – Rassismuskritische Bildung und Organisationsentwicklung im Gesundheitswesen“ der Stiftung gegen Rassismus vor. Die Stiftung, die seit 1995 die UN-Wochen gegen Rassismus in Deutschland koordiniert, engagiert sich mit Modellprojekten und Bildungsarbeit für eine gerechtere Gesellschaft.

Cora Weißert-Hartmann gab den Teilnehmenden wertvolle Impulse für eine fachliche Auseinandersetzung mit Diskriminierungs- und Rassismuserfahrungen. Anhand anschaulicher Beispiele verdeutlichte sie die Komplexität der Thematik und präsentierte aktuelle Studien zur Situation im Gesundheitswesen. Zudem gab sie Einblick in die Arbeit der Stiftung gegen Rassismus und stellte Materialien wie Broschüren, Plakate und Flyer vor, die für die rassismuskritische Bildungsarbeit entwickelt wurden.

Ein zentraler Fokus des Vortrags lag darauf, Rassismus nicht als individuelles Fehlverhalten, sondern als Qualitäts- und Gerechtigkeitsfrage zu begreifen. Im Anschluss an das Referat nutzten die Teilnehmenden die Möglichkeit für Fragen.

Die Veranstaltung zeigte deutlich: Rassismuskritisches Arbeiten ist kein Nischenthema, sondern eine Grundvoraussetzung für eine gerechte und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung. Obwohl die 1,5-stündige Fortbildung nur einen Überblick geben konnte, unterstrich sie die große Relevanz des Themas für die psychotherapeutische Praxis und die Notwendigkeit einer fortlaufenden Auseinandersetzung.

Zur Vertiefung stellte die Referentin eine umfassende Literaturliste bereit. Diese enthält aktuelle Studien zu Rassismus und Gesundheit, eine Übersicht über Vereine und Projekte im Feld sowie spezifische Literaturempfehlungen für die Psychotherapie.

Referentin Cora Weißert-Hartmann verantwortet bei der Stiftung gegen Rassismus das Projekt „Rassismus im Gesundheitswesen“, Foto: Stiftung gegen Rassismus

Referentin Cora Weißert-Hartmann verantwortet bei der Stiftung gegen Rassismus das Projekt „Rassismus im Gesundheitswesen“, Foto: Stiftung gegen Rassismus


Rückblick auf die 103. Delegiertenversammlung vom 20. Mai 2026

Die zweite Sitzung der Delegiertenversammlung (DV) in diesem Jahr fand am 20. Mai 2026 statt. Zu Beginn der Sitzung bat Kammerpräsidentin Heike Peper die Delegierten, des am 18. März 2026 verstorbenen Gründungspräsidenten Prof. Dr. Rainer Richter zu gedenken. Ein Moment des Innehaltens drückte den tiefen Respekt und die Anerkennung für das jahrzehntelange berufspolitische Engagement des Verstorbenen aus. Vor diesem Hintergrund fiel der Übergang zu den aktuellen Themen und der Tagesordnung sichtlich schwer.

Änderung der Berufsordnung

Julia Räbiger, Fachreferentin Recht der Kammer, stellte gemeinsam mit Vizepräsident Torsten Michels eine überarbeitete Version der Berufsordnung vor, die als Grundlage für die Diskussion der Delegierten diente. Nach ausführlichen Beratungen, unter anderem zu den Themen videogestützte Behandlung und mobiles Arbeiten, kündigte Heike Peper an, dass der Vorstand den finalen Entwurf einer neuen Berufsordnung als Beschlussvorlage für die kommende DV im September vorlegen werde.

Jahresabschluss 2025 und Entlastung des Vorstands

Geschäftsführerin Karen Walter erläuterte den Jahresabschluss 2025, der von den Delegierten anschließend einstimmig verabschiedet wurde. Ebenso stimmte die Versammlung für die Entlastung des Vorstands. Die Rechnungsprüfungsausschuss-Vorsitzende Ricarda Müller berichtete vorab, dass die Rechnungsprüfung ordnungsgemäß durchgeführt worden sei und der Ausschuss keine Beanstandungen festgestellt hatte.

Änderung der Beitragsordnung

Karen Walter stellte nach der Entlastung des Vorstands die Anpassungsbedarfe der Beitragsordnung vor. Die Änderungssatzung präzisiert die Bemessungsgrundlagen für den einkommensabhängigen Beitrag und erweitert die Erfassung der Einkommensarten. Dadurch definiert die Ordnung künftig klarer, welche Tätigkeiten als psychotherapeutisch oder als berufsfremd einzustufen sind. Darüber hinaus konkretisieren die Änderungen die Nachweispflichten bei der Beitragsfestsetzung. Nach der Darlegung der Hintergründe stimmten die Delegierten den Änderungen der Beitragsordnung einstimmig zu.

Diskussion zu Kammerbeiträgen von approbierten Psychotherapeut*innen nach neuem Recht

Da viele der nach neuem Recht approbierten Kammermitglieder voraussichtlich nicht zeitnah eine Weiterbildungsstelle finden werden, wurde aus den Reihen der Delegierten angeregt, diese temporär von den Beiträgen zu befreien. In der anschließenden Debatte wurde auch mit Bezug zur gerade verabschiedeten Beitragsordnung dargelegt, dass die PTK Hamburg bereits durch die einkommensabhängige Beitragsberechnung eine gerechte, an der individuellen finanziellen Situation orientierte Grundlage schafft. Die überwiegende Zahl der Delegierten sprach sich daher gegen eine Sonderregelung für diese Gruppe aus. Der Vorstand wies zudem auf die bereits in der Beitragsordnung verankerten Optionen zur Beitragsreduzierung oder -befreiung hin.

Heike Peper betonte, dass sich die Kammer weiterhin auf politischer Ebene nachdrücklich für die Finanzierung der Weiterbildung und für die Schaffung von Weiterbildungsstellen einsetzt und die neu approbierten Kolleg*innen vielfältig unterstützt. Sie fasste die bestehenden Austauschformate zusammen und blickte sowohl auf bereits stattgefundene als auch auf geplante Kontakte mit Studierenden. Hierzu zählten die Demonstration am 9. Mai 2026 sowie die regelmäßigen Treffen des Arbeitskreises „PiA, (angehende) PtW & Psychotherapiestudierende“. Zudem gab sie eine Vorschau auf die bevorstehenden Informationsveranstaltungen für Masterstudierende (z. B. am 10. Juni 2026 an der Universität Hamburg) sowie auf den Empfang für neue und neu approbierte Kammermitglieder am 29. Juni 2026.

Berichte des Vorstands und der Geschäftsstelle

Die Vorstandsmitglieder informierten über die Termine und Aktivitäten seit der letzten DV. Der Rückblick, sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene, verdeutlichte: Ein ereignisreiches Frühjahr liegt hinter uns. Karen Walter berichtete zum aktuellen Stand des eLogbuchs für die Weiterbildung, dessen Einführung für Anfang bis Mitte 2027 geplant ist.

Heike Peper berichtete zudem über diverse Aktionen gegen die Honorarkürzungen und das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, die von der PTK Hamburg unterstützt werden. So war der Vorstand u. a. bei der Demonstration am 15. April 2026 auf dem Hamburger Rathausmarkt präsent. Über die Homepage und (Sonder-)Newsletter hält die Kammer ihre Mitglieder fortlaufend informiert.

Die Hamburger Delegierten zum Deutschen Psychotherapeutentag (DPT) blickten auf den kurz zuvor absolvierten 48. DPT vom 8. und 9. Mai 2026 in Travemünde zurück und skizzierten die dortigen Diskussionsschwerpunkte.

Mit der Bekanntgabe von Kandidat*innen für das Amt der ehrenamtlichen Richter*innen am Berufsgerichtshof und einer Vorschau auf die verbleibenden Termine im Jahr 2026 schloss Heike Peper den Vorstandsbericht.

Resolution

Dr. Eva Kleinemeier-Thundiyil, Vorsitzende des Ausschusses für Diversität und Antidiskriminierung, stellte die Resolution „Leitliniengerechte Versorgung von trans* Personen jetzt sicherstellen!“ vor. Diese weist auf die rechtlich unzureichend geregelte Versorgungssituation hin und fordert einen rechtlich abgesicherten und verlässlichen Zugang zu einer leitliniengerechten, qualitätsgesicherten Versorgung. Die Delegierten stimmten der Resolution ohne Gegenrede per Akklamation zu, die am Folgetag an Politik und Medien versandt sowie auf der Kammer-Webseite veröffentlicht wurde.

Demokratische Entscheidungen im Plenum: Die Delegierten der PTK Hamburg bei einer Abstimmung im Konferenzraum der AlsterCity

Demokratische Entscheidungen im Plenum: Die Delegierten der PTK Hamburg bei einer Abstimmung im Konferenzraum der AlsterCity


Kurznachrichten

Austauschtreffen mit Weiterbildungsbefugten

Die Kammer hatte am 25. Juni 2026 die Hamburger Weiterbildungsbefugten zum zweiten Präsenztreffen eingeladen. Ziel war es, Erfahrungen zur neuen Weiterbildung auszutauschen und Fragen rund um die Funktion als Weiterbildungsbefugte zu klären.

Seitens der Kammer wurde über aktuelle Neuerungen informiert. Themen waren unter anderem die am 5. Mai 2026 in Kraft getretene Anpassung der Weiterbildungsordnung (WBO PT), die geplante Aufnahme der Hypnotherapie in die Hamburger Weiterbildungsordnungen sowie die Vorstellung eines neuen Merkblatts für Weiterbildungsbefugte.

Die anwesenden Weiterbildungsbefugten nutzten die Gelegenheit zu gegenseitiger Information und zum Austausch über Umsetzungsfragen der Weiterbildung und begrüßten ausdrücklich eine Fortsetzung des Veranstaltungsformats.

10. Hamburger Psychotherapeut*innentag

Die Psychotherapeutenkammer Hamburg lud am Samstag, den 12. September 2026, zum 10. Hamburger Psychotherapeut*innentag ein. Unter dem Motto „WHAT’S NEW?“ widmete sich dieser Fortbildungstag mit Fachvorträgen am Vormittag und praxisnahen Workshops am Nachmittag den aktuellen Entwicklungen in der Psychotherapie.

Die Teilnehmenden nutzen die Möglichkeit und diskutierten u. a. zu den Themen Social Media und psychische Gesundheit bei Kindern/Jugendlichen, Autismus-Diagnostik in der ambulanten Praxis sowie Neuerungen der ICD-11. Einen ausführlichen Bericht finden Sie im kommenden Heft 4/2026.


Information zu Bekanntmachungen

Folgende Änderungssatzung ist bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe verabschiedet, in Kraft getreten und online auf der Kammer-Website bekannt gemacht worden:

4. Änderungssatzung Beitragsordnung (am 19.06.2026 in Kraft getreten)

Den aktuellen Stand können Sie jederzeit online unter folgendem Link nachlesen: www.ptk-hamburg.de/aktuelles/amtliche-bekanntmachungen/.


author image
author.title.default author.firstname.default author.lastname.default
author.position.default
author.address.default
author.city.default
mail icon author.email.default

author.biography.default

Alle Artikel