Psychotherapeutenjournal 3-2020

in Institutionen, ca. 11% eine Angestelltentätigkeit in einer Psychotherapiepraxis als Ziel an. Nur 2% präferieren eine wissenschaftliche Karriere. Etwa ein Fünftel der PiA ist sich hinsichtlich des Ziels der Ausbildung unsicher oder weiß noch nicht, was sein Ziel der Ausbildung ist. Von den PiA, die eine eigene Praxis als Ziel angeben, streben 94% eine Kassenzu- lassung an. Ausbildungsdauer Die von den PiA prospektiv eingeschätzte voraussichtli- che Ausbildungsdauer beträgt im Durchschnitt etwa fünf Jahre, wobei Unterschiede vor allem hinsichtlich des Aus- bildungsmodells, der Art der Approbation sowie familiärer Verpflichtungen bestehen. PiA im Teilzeitmodell benötigen ca. sechs, im Vollzeitmodell hingegen ca. vier Jahre, d. h., dass für beide Modelle durchschnittlich etwa ein Jahr mehr als vorgesehen benötigt wird. Eine höhere Ausbildungsdau- er erwarten auch Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeu- ten im Vergleich zu Psychologischen Psychotherapeuten. Die deutlichsten Unterschiede bestehen hinsichtlich der Verfahren: Für die psychoanalytische bzw. die sogenannte verklammerte Ausbildung (tiefenpsychologische und psy- choanalytische) wird die Dauer auf sechseinhalb bis sieben Jahre geschätzt, während im Rahmen einer VT- oder einer systemischen Ausbildung etwa viereinhalb Jahre geschätzt werden. Für eine tiefenpsychologische Ausbildung liegt der Durchschnitt bei knapp über fünf Jahren. Ebenfalls deutlich Abbildung 1: Ort der Ausbildung, Anzahl der 30 häufigsten Nennun- gen, n ges = 2.475 Abbildung 2: Ausbildungsinstitute, Anzahl der 30 häufigsten Nen- nungen, n ges = 2.426 sind die Unterschiede bezüglich der familiären Situation. Ausbildungsteilnehmende mit familiären Verpflichtungen benötigen etwa eineinhalb Jahre länger als Teilnehmende ohne Familienaufgaben (vgl. Tab. 3, S. 226). Alle Unterschie- de sind statistisch signifikant. Ausbildungsorte/-institute Die ca. 2.500 antwortenden PiA verteilen sich auf insgesamt 251 Institute an 96 Orten in Deutschland. Die Anzahl der PiA je Institut schwankt zwischen 1 und 96, wobei die 30 größten Institute in der Studie n = 1.148 PiA umfassen. Die Anzahl je Ort liegt zwischen 1 und 303 (Abb. 1 und Abb. 2) . Zufriedenheit der PiA mit ihrem Institut Abb. 3 (S. 226) zeigt die Ergebnisse für die befragten PiA zu Aspekten der Zufriedenheit mit ihrem Institut. Fasst man die Antwortalternativen „ziemlich“ und „sehr“ zusammen, so zeigt sich, dass ca. 77% mit der Atmosphäre in ihrem Institut zufrieden sind, jeweils ca. 60% berichten eine hohe Zufriedenheit mit der Integration bzw. der Abstimmung der Ausbildungsteile, der Organisation und der Betreuung. Nur etwa 42% sind allerdings mit dem Preis-Leistungs-Verhält- nis des Angebots zufrieden. Die Mittelwerte der Einzelitems lagen dabei ausnahmslos über den von Strauß et al. (2009) ermittelten Werten. Für die Zufriedenheitsskala (fünf Items zusammenfassend) ergab sich ein mittlerer Skalenwert von 3/2020 Psychotherapeuten journal 225 R. Nübling, L. Hartmann, S. Murzen, K. Niedermeier & R. Petzina

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